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Schwarzdornreisig — warum gerade dieses Holz

In fast jedem Gra­dier­werk steckt das­sel­be Mate­ri­al: dicht gepack­tes Rei­sig vom Schwarz­dorn, auch Schle­he genannt. Das ist kei­ne Tra­di­ti­on um der Tra­di­ti­on wil­len, son­dern eine Mate­ri­al­ent­schei­dung, die sich über Jahr­hun­der­te gegen Alter­na­ti­ven behaup­tet hat.

Was das Reisig leisten muss

Die Auf­ga­be klingt ein­fach: Sole soll mög­lichst lang­sam nach unten lau­fen und dabei mög­lichst viel Ober­flä­che berüh­ren. Genau dar­an schei­tern die meis­ten Mate­ria­li­en. Glat­te Ober­flä­chen las­sen die Sole zu schnell abflie­ßen. Zu dich­te Packun­gen set­zen sich zu, zu locke­re las­sen die Sole hin­durch­fal­len, ohne dass viel verdunstet.

Schwarz­dorn trifft die­sen Punkt gut. Die Zwei­ge sind fein ver­äs­telt, leicht rau und wach­sen sper­rig — beim Sta­peln ent­steht von selbst ein Geflecht mit sehr gro­ßer Ober­flä­che und gleich­zei­tig genug Luft­raum. Dazu kommt eine hohe Wider­stands­fä­hig­keit gegen Salz: Schle­he ver­rot­tet in Sole nicht, son­dern ver­stei­nert langsam.

Wie es verbaut wird

Das Rei­sig wird zu Bün­deln gebun­den und lagen­wei­se in den Rah­men ein­ge­setzt, wobei jede Lage ver­spannt wird. Die Packungs­dich­te ist der eigent­li­che Hand­werks­an­teil: zu locker, und die Sole fällt durch; zu fest, und sie staut sich oben. Bei uns setzt das immer die­sel­be klei­ne Grup­pe Mon­teu­re, weil das Ergeb­nis stark von Erfah­rung abhängt.

Bei Innen­an­la­gen kommt ein zwei­ter Punkt hin­zu — die Sicht­bar­keit. Ein Gra­dier­werk im Well­ness­be­reich wird aus einem Meter Ent­fer­nung betrach­tet. Unre­gel­mä­ßig­kei­ten, her­aus­ste­hen­de Zwei­ge und ungleich­mä­ßi­ge Kan­ten fal­len sofort auf. Die sicht­ba­ren Flä­chen wer­den des­halb geson­dert gearbeitet.

Wie das Reisig altert

Salz und Kalk lagern sich an den Zwei­gen ab. Anfangs ist das erwünscht: Die Ober­flä­che wird rau­er, die Sole hält sich län­ger. Mit der Zeit wach­sen die Abla­ge­run­gen jedoch zusam­men, die Zwi­schen­räu­me schlie­ßen sich, und die Anla­ge ver­liert an Wir­kung. Am Ende steht ein wei­ßer, har­ter Block, durch den kaum noch Luft geht.

Wor­an man das erkennt: Die Sole läuft sicht­bar in Bah­nen statt flä­chig, die Feuch­tig­keit im Raum sinkt bei glei­cher Lauf­zeit, und die Ober­flä­che wird durch­ge­hend hell und hart. Spä­tes­tens dann ist ein Wech­sel fällig.

Standzeit und Wechsel

Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Zahl gibt es nicht. Die Stand­zeit hängt an drei Grö­ßen: Sole­kon­zen­tra­ti­on, täg­li­che Betriebs­stun­den und Här­te des Nach­füll­was­sers. Anla­gen, die nur weni­ge Stun­den am Tag lau­fen und mit wei­cher Sole arbei­ten, hal­ten deut­lich län­ger als Anla­gen im Dau­er­be­trieb mit hoher Konzentration.

Der Wech­sel selbst ist über­schau­bar: Die Rei­sig­la­gen wer­den ent­nom­men, der Rah­men und die Wan­ne gerei­nigt, neue Bün­del ein­ge­setzt. In einer Innen­an­la­ge ist das meist an ein bis zwei Tagen erle­digt. Wir sagen bei der Pla­nung, in wel­chem Rhyth­mus damit zu rech­nen ist, und lie­fern das Mate­ri­al nach.

Alternativen — und warum sie selten überzeugen

Es gibt Rie­sel­flä­chen aus Kunst­stoff­ge­we­be, Kera­mik oder Edel­stahl­ge­flecht. Tech­nisch funk­tio­nie­ren sie: Sie sind lang­le­big, gut zu rei­ni­gen und in engen Ein­bau­si­tua­tio­nen manch­mal die ein­zi­ge Mög­lich­keit. Was ihnen fehlt, ist das Erschei­nungs­bild. Ein Gra­dier­werk wird zu einem gro­ßen Teil gekauft, weil es aus­sieht wie ein Gra­dier­werk — und ein Kunst­stoff­ge­we­be sieht aus wie ein Filter.

Wir set­zen sol­che Mate­ria­li­en des­halb dort ein, wo die Rie­sel­flä­che nicht im Blick­feld liegt, und blei­ben bei Schwarz­dorn, wo sie es tut.

Reisigbündel im Rahmen, lagenweise verspannt.
Rei­sig­bün­del im Rah­men, lagen­wei­se verspannt.
Schwarzdornreisig aus der Nähe: fein verästelt und sperrig gewachsen.
Schwarz­dorn­rei­sig aus der Nähe: fein ver­äs­telt und sper­rig gewachsen.
Rahmenbau in der eigenen Werkstatt, bevor das Reisig eingesetzt wird.
Rah­men­bau in der eige­nen Werk­statt, bevor das Rei­sig ein­ge­setzt wird.

Häufige Fragen

Wird aus­schließ­lich Schwarz­dorn verwendet?

Über­wie­gend ja. Dane­ben kommt in ein­zel­nen Anla­gen auch Bir­ken­rei­sig zum Ein­satz. Schwarz­dorn bleibt unse­re ers­te Wahl, weil das fei­ner ver­äs­tel­te, sper­ri­ge Ast­werk eine grö­ße­re Ober­flä­che bil­det und der Sole am längs­ten standhält.

Riecht das Reisig?

Fri­sches Rei­sig hat einen leich­ten, hol­zi­gen Geruch, der nach kur­zer Zeit ver­schwin­det. Ein muf­fi­ger Geruch ist ein Warn­zei­chen und deu­tet auf ste­hen­de Sole oder eine defek­te Wan­ne hin.

Kann man das Rei­sig selbst wechseln?

Tech­nisch ja. In der Pra­xis hängt das Ergeb­nis stark an der Packungs­dich­te, des­halb über­neh­men das in der Regel unse­re Monteure.

Wird das alte Rei­sig ent­sorgt oder aufbereitet?

Es wird ent­sorgt. Die Salz- und Kalk­ab­la­ge­run­gen las­sen sich nicht wirt­schaft­lich entfernen.

Fragen zum Material?

Wir sagen Ihnen vor­ab, mit wel­cher Stand­zeit und wel­chen Fol­ge­kos­ten Sie bei Ihrer Anla­ge rech­nen müssen.

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So läuft die Zusammenarbeit

Vom ers­ten Gespräch bis zur Über­ga­be bleibt alles in einer Hand: Pla­nung, Fer­ti­gung der Salz­ele­men­te, Mon­ta­ge vor Ort und War­tung. Wir arbei­ten ohne Subunternehmer.

  • 1. GesprächWir ler­nen das Objekt, den Ter­min und den Kos­ten­rah­men ken­nen. Meist genü­gen 15 Minu­ten am Telefon.
  • 2. Kon­zept und Ange­botWir wäh­len Tech­nik und Mate­ria­li­en, erstel­len eine Visua­li­sie­rung und ein ver­bind­li­ches Angebot.
  • 3. Fer­ti­gung und Mon­ta­geWir fer­ti­gen die Salz­ele­men­te in eige­ner Pro­duk­ti­on, mon­tie­ren sie vor Ort und blei­ben für die War­tung erreichbar.

25 Jah­re Erfah­rung · rund 600 rea­li­sier­te Objek­te in Deutsch­land, Öster­reich, der Schweiz und der EU · Salz­ma­te­ria­li­en mit PZH-Hygie­ne­zer­ti­fi­kat

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