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Was ist ein Gradierwerk?

Ein Gra­dier­werk ist ein Bau­werk, in dem Salz­so­le über gesta­pel­tes Rei­sig rie­selt. Ein Teil des Was­sers ver­duns­tet dabei, die Sole wird kon­zen­trier­ter — und in unmit­tel­ba­rer Umge­bung ent­steht eine feuch­te, salz­hal­ti­ge Luft. Ursprüng­lich war das ein Ver­fah­ren der Salz­ge­win­nung. Heu­te ist es vor allem ein Gestal­tungs- und Aus­stat­tungs­ele­ment in Kur­or­ten, Well­ness­be­rei­chen und Innenräumen.

Woher der Name kommt

Gra­die­ren“ heißt so viel wie „einen Grad erhö­hen“. Gemeint ist der Salz­ge­halt: Eine schwa­che Sole, wie sie aus vie­len Quel­len kommt, ließ sich nicht wirt­schaft­lich zu Salz ver­sie­den — der Brenn­stoff­be­darf war zu hoch. Also ließ man sie über Rei­sig lau­fen, bevor sie in die Sie­de­pfan­ne kam. Was­ser ver­duns­te­te an der rie­si­gen Ober­flä­che des Rei­sigs, die Sole wur­de stär­ker, und im Sie­de­haus wur­de weni­ger Holz oder Koh­le gebraucht.

Die Anla­gen wur­den ent­spre­chend groß gebaut. His­to­ri­sche Gra­dier­wer­ke sind teil­wei­se meh­re­re hun­dert Meter lang und über zehn Meter hoch. Sie sind Indus­trie­ar­chi­tek­tur, kei­ne Kur­an­la­gen — dass Men­schen sich gern in ihrer Nähe auf­hiel­ten, war zunächst ein Nebeneffekt.

Wie eine Anlage aufgebaut ist

Der Auf­bau ist bei his­to­ri­schen und moder­nen Anla­gen im Kern der­sel­be. Ein Trag­ge­rüst aus Holz nimmt dicht gepack­te Rei­sig­bün­del auf. Oben ver­teilt eine Rin­ne die Sole über die gesam­te Län­ge, die Sole rie­selt durch das Rei­sig nach unten und wird in einem Becken auf­ge­fan­gen. Von dort geht sie zurück in den Kreislauf.

Das Rei­sig ist kein belie­bi­ges Mate­ri­al. Ver­wen­det wird tra­di­tio­nell Schwarz­dorn — Schle­he —, in man­chen Anla­gen auch Bir­ke, weil das dich­te, fei­ne Ast­werk eine sehr gro­ße Ober­flä­che bil­det und dem Salz stand­hält. Mit der Zeit setzt sich Kalk und Salz an den Zwei­gen ab; das Rei­sig ver­stei­nert regel­recht und muss peri­odisch erneu­ert werden.

Was in der Luft passiert

Beim Rie­seln zer­teilt sich die Sole an den Zwei­gen in feins­te Trop­fen. Ein Teil davon ver­duns­tet, ein Teil bleibt als Aero­sol in der Luft. In der Umge­bung eines gro­ßen Gra­dier­werks lässt sich das mes­sen: höhe­re Luft­feuch­te, mess­ba­rer Salz­ge­halt, eine spür­bar ande­re Luft als weni­ge Meter weiter.

Wie stark die­ser Effekt aus­fällt, hängt von Flä­che, Sole­kon­zen­tra­ti­on, Tem­pe­ra­tur und Wind ab. Im Frei­en ver­dünnt sich das Aero­sol schnell — des­halb ste­hen Wan­del­gän­ge und Sitz­bän­ke bei Kur­an­la­gen unmit­tel­bar an der Anla­ge und nicht zwan­zig Meter davor.

Gradierwerke im Innenraum

Wir bau­en aus­schließ­lich Innen­an­la­gen. Gra­dier­wer­ke im Frei­en — im Park, auf einer Ter­ras­se oder in einem Kur­be­reich — gehö­ren nicht zu unse­rem Leis­tungs­um­fang. Alles, was auf die­ser Sei­te beschrie­ben wird, bezieht sich auf Anla­gen in geschlos­se­nen Räumen.

Eine Anla­ge im Gebäu­de arbei­tet nach dem­sel­ben Prin­zip, aber unter ande­ren Bedin­gun­gen. Der Raum ist geschlos­sen, es gibt kei­nen Wind, und die Luft­men­ge ist begrenzt. Das hat zwei Fol­gen: Die Anla­ge kann deut­lich klei­ner sein und trotz­dem wir­ken — und die Lüf­tung wird zum ent­schei­den­den Pla­nungs­the­ma, weil die abge­ge­be­ne Feuch­tig­keit sonst in der Bau­sub­stanz landet.

Typi­sche Innen­an­la­gen haben zwi­schen sechs und fünf­zehn Qua­drat­me­tern Rie­sel­flä­che. Sie wer­den als Wand, als frei­ste­hen­de Säu­le oder als raum­tei­len­des Ele­ment gebaut. Die Sole­kon­zen­tra­ti­on liegt meist zwi­schen drei und acht Pro­zent — höher heißt nicht auto­ma­tisch bes­ser, son­dern vor allem mehr Materialbelastung.

Was ein Gradierwerk nicht ist

Es ist kein Luft­be­feuch­ter und kein medi­zi­ni­sches Gerät. Wer eine defi­nier­te Aero­sol­men­ge braucht, arbei­tet mit einem Halo­ge­nera­tor, der tro­cke­nes Salz­ae­ro­sol dosiert abgibt. Ein Gra­dier­werk erzeugt ein feuch­tes Aero­sol, des­sen Kon­zen­tra­ti­on von den Betriebs­be­din­gun­gen abhängt. Bei­des lässt sich kom­bi­nie­ren, ersetzt sich aber nicht gegenseitig.

Zur gesund­heit­li­chen Wir­kung äußern wir uns als Anla­gen­bau­er bewusst zurück­hal­tend. Das deut­sche Heil­mit­tel­wer­be­ge­setz setzt hier enge Gren­zen, und Aus­sa­gen dazu gehö­ren in die Hän­de von Ärzten.

Freistehendes Gradierwerk mit Schwarzdornreisig, doppelseitig aufgebaut.
Frei­ste­hen­des Gra­dier­werk mit Schwarz­dorn­rei­sig, dop­pel­sei­tig aufgebaut.
Rieselfläche in Nahansicht — die Sole verteilt sich über das gesamte Astwerk.
Rie­sel­flä­che in Nahan­sicht — die Sole ver­teilt sich über das gesam­te Astwerk.
Gradierwand als Teil einer Salzwand im Innenraum.
Gra­dier­wand als Teil einer Salz­wand im Innenraum.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Gra­dier­werk im Innen­raum sein?

Sechs bis fünf­zehn Qua­drat­me­ter Rie­sel­flä­che sind der übli­che Bereich. Ent­schei­dend ist nicht die abso­lu­te Grö­ße, son­dern das Ver­hält­nis zum Raum­vo­lu­men und zur Lüftungsrate.

Wel­ches Rei­sig wird verwendet?

Über­wie­gend Schwarz­dorn (Schle­he), in ein­zel­nen Anla­gen auch Bir­ke. Das dich­te, fein ver­äs­tel­te Ast­werk bil­det eine sehr gro­ße Ober­flä­che und hält der Sole lan­ge stand.

Wie oft muss das Rei­sig gewech­selt werden?

Das hängt von Sole­kon­zen­tra­ti­on und Betriebs­stun­den ab. Wir kal­ku­lie­ren den Wech­sel von Anfang an mit ein und nen­nen den zu erwar­ten­den Rhyth­mus vor Vertragsschluss.

Braucht ein Gra­dier­werk eine Baugenehmigung?

Eine Innen­an­la­ge in der Regel nicht, solan­ge kei­ne tra­gen­den Bau­tei­le ver­än­dert wer­den. Bei Anla­gen im Frei­en und bei Nut­zungs­än­de­run­gen ist die zustän­di­ge Behör­de zu fragen.

Ein Gradierwerk für Ihren Raum

Raum­grö­ße, Höhe und ein paar Fotos genü­gen für eine ers­te Ein­schät­zung samt Kostenrahmen.

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So läuft die Zusammenarbeit

Vom ers­ten Gespräch bis zur Über­ga­be bleibt alles in einer Hand: Pla­nung, Fer­ti­gung der Salz­ele­men­te, Mon­ta­ge vor Ort und War­tung. Wir arbei­ten ohne Subunternehmer.

  • 1. GesprächWir ler­nen das Objekt, den Ter­min und den Kos­ten­rah­men ken­nen. Meist genü­gen 15 Minu­ten am Telefon.
  • 2. Kon­zept und Ange­botWir wäh­len Tech­nik und Mate­ria­li­en, erstel­len eine Visua­li­sie­rung und ein ver­bind­li­ches Angebot.
  • 3. Fer­ti­gung und Mon­ta­geWir fer­ti­gen die Salz­ele­men­te in eige­ner Pro­duk­ti­on, mon­tie­ren sie vor Ort und blei­ben für die War­tung erreichbar.

25 Jah­re Erfah­rung · rund 600 rea­li­sier­te Objek­te in Deutsch­land, Öster­reich, der Schweiz und der EU · Salz­ma­te­ria­li­en mit PZH-Hygie­ne­zer­ti­fi­kat

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